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Selbstmord nach Polizeieinsatz



Köln – Er bekam diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Wie die schwerbewaffneten SEK-Beamten sein Geschäft stürmten und ihn als Bombenbauer beschuldigten.

Jetzt ist Diplom-Ingenieur Thomas Latteyer (50) tot - der Unternehmer hat sich erhängt. Es war der 25. Januar, der das Leben des bekannten Licht- und Tonexperten aus Leichlingen veränderte. Sein Bruder Matthias zum EXPRESS: „Ein Betrüger wollte meinem Bruder eins auswischen und erfand die Geschichte vom Terrorist und Bombenbauer. Die Kripo überwachte meinen Bruder daraufhin drei Monate lang.“

Thomas Latteyer ahnte nichts. Aber für ihn brach eine Welt zusammen, als die Polizei stürmte, Wohnung und Geschäft durchsuchte. „Mein Bruder war sehr sozial engagiert und hatte einen einwandfreien Leumund. Aber er wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Im Dorf bekam das jeder mit. Das hat er nicht verwunden.“

Der 50-Jährige, der in vielen bekannten Kölner Discotheken, Brauhäusern, bei Großveranstaltungen und im Karneval für Licht und Ton sorgte, begab sich in psychiatrische Behandlung. Die Ärzte einer Spezialklinik Hürth stellten eine „Traumatisierung durch den Polizeieinsatz“ fest.

Obwohl das Verfahren eingestellt wurde, ging es Latteyer immer schlechter. Dann kam die Todesnachricht aus einer Klinik in Zülpich: Er hatte sich dort erhängt. Mutter Ingrid und sein Sohn Matthias werden ihn am kommenden Freitag in Leichlingen beerdigen. In dem Abschiedsbrief beklagte Latteyer: „Ich habe durch die Ungerechtigkeit den Glauben an das Leben verloren.“

Bei Polizei und Staatsanwaltschaft ist man erschüttert. Man habe sich jedoch bei den Ermittlungen an Recht und Gesetz gehalten.




Geschrieben von: SEK am 31.10.2006

 









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